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Quitte
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Die Quitte (Cydonia oblonga; Synonym: Cydonia vulgaris) ist die einzige Pflanzenart der Gattung Cydonia und gehört zur Untertribus der KernobstgewÀchse (Pyrinae) innerhalb der Familie der RosengewÀchse (Rosaceae). Sie wird als Obstbaum (Quittenbaum) kultiviert.

Contents

‱ Vorkommen
‱ Beschreibung
‱ Verwendung
‱ Abgrenzung
‱ Sonstiges
‱ Geschichte
‱ Quellen
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Namensgebung

Das Wort „Quitte“ (althochdeutsch qitina und kutinna, mittelhochdeutsch auch kutin, mittellateinisch auch coctanacite-ref-1[1]) stammt von griechisch-lateinisch (malum) cydonium (auch citonium; Quittenapfel, „Kydonischer Apfel“, und cotoneum, „Quitte, Quittenbaum“ bzw. cotoneum malum, „Quitte, Quittenapfel“cite-ref-2[2]) sowie (mittellateinisch) citonia (‚Quittenbaum‘) bzw. Mala citonia sowie (möglicherweise aus griechisch chrysomela verderbt) crisolima (insbesondere fĂŒr die Apfelquittecite-ref-3[3] oder Goldquitte)cite-ref-4[4] und beruht auf griechisch (melon) kydĂłnion. Ein Zusammenhang mit der griechischen Stadt Kydonia, heute Chania im Nordwesten der Insel Kreta, beruht wahrscheinlich auf volksetymologischer Deutung.cite-ref-5[5]cite-ref-6[6]

Die Quitte ist außerdem indirekt Namensgeber fĂŒr die Marmelade (von portugiesisch marmelo fĂŒr Quitte, aus dem griechischen melimelon „Honigapfel“).

Ältere Synonyme in der deutschen Sprache sind Kretischer Apfel, Kydonischer Apfel, Hesperiden-Apfel, Venus- oder Adonis-Apfel, Baumwollapfel und Schmeckbirne.

Vorkommen

Die ursprĂŒngliche Heimat liegt im östlichen Kaukasus und im Transkaukasus. Populationen in der TĂŒrkei, in Iran, Turkmenistan, Syrien und Afghanistan könnten durch die schon lange zurĂŒckliegende Verbreitung durch Menschen entstanden sein. Erste Nachweise ĂŒber kultivierte Quitten aus dem Kaukasus reichen 4000 Jahre zurĂŒck, in Griechenland findet man sie ab 600 v. Chr., bei den Römern ab 200 v. Chr. In Mitteleuropa wird sie erst seit dem 9. Jahrhundert angebaut, als wĂ€rmeliebende Pflanze dort bevorzugt in Weinbaugebieten.cite-ref-ipk-7-0[7]

Heute werden die Sorten vor allem in Asien und Europa angepflanzt. In West- und Mitteleuropa spielt sie eher eine untergeordnete Rolle. Der erwerbsmĂ€ĂŸige Anbau ist in Deutschland selten. In Baden-WĂŒrttemberg, in der Pfalz und im Rheinland werden gute FruchtqualitĂ€ten erzielt.

Wirtschaftliche Bedeutung

2022 betrug die Welternte 702.015 Tonnen. Das Land mit der grĂ¶ĂŸten Quittenproduktion der Welt war die TĂŒrkei, die etwa 28 % der weltweiten Ernte einbrachte.cite-ref-fao-8-0[8]

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Cydonia oblonga ist ein laubabwerfender Strauch oder kleiner Baum, der Wuchshöhen von 4 bis 8 Meter erreicht. Die Rinde junger Zweige ist violett und behaart (Indument) – spĂ€ter brĂ€unlich violett und glatt. Die kleinen, behaarten Knospen sind nur von wenigen Schuppen geschĂŒtzt.

Die BlĂ€tter sind bis zu 10 cm groß, dunkelgrĂŒn und oberseits fast kahl, unterseits hingegen filzig behaart. Die wechselstĂ€ndigen LaubblĂ€tter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der behaarte Blattstiel ist 0,8 bis 1,5 Zentimeter lang. Die beim Austrieb behaarte, spĂ€ter verkahlende, eiförmige bis rundliche Blattspreite ist 5 bis 10 Zentimeter lang und 3 bis 5 Zentimeter breit. Der Blattrand ist ganz und die Spitze ist meist spitz oder bespitzt, seltener abgerundet bis stumpf oder eingebuchtet. Es sind NebenblĂ€tter vorhanden. QuittenbĂ€ume können bis zu 50 Jahre alt werden, dies ist im Vergleich mit Apfel- oder BirnbĂ€umen eine kurze Lebensdauer.

Generative Merkmale

Die BlĂŒten stehen endstĂ€ndig an den Spitzen beblĂ€tterter Triebe, d. h. an der Spitze einjĂ€hriger Zweige. Dies ist beim Baumschnitt zu beachten. Der behaarte BlĂŒtenstiel ist bis etwa 5 Millimeter lang. Die zwittrige, radiĂ€rsymmetrische, fĂŒnfzĂ€hlige BlĂŒte weist einen Durchmesser von 4 bis 5 Zentimeter auf mit doppelter BlĂŒtenhĂŒlle (Perianth). Der BlĂŒtenbecher (Hypanthium) ist glockenförmig. Die fĂŒnf auf beiden Seiten behaarten KelchblĂ€tter sind zurĂŒckgebogen und 5 bis 6 Millimeter lang mit ganzem Rand. Die fĂŒnf freien, weißen oder rosafarbenen KronblĂ€tter sind verkehrt-eiförmig und etwa 1,8 Zentimeter lang. Die 20 StaubblĂ€tter sind etwa halb so lang wie die KronblĂ€tter. Die fĂŒnf unterstĂ€ndigen FruchtblĂ€tter enthalten jeweils viele Samenanlagen. Die fĂŒnf freien Griffel sind an ihrer Basis flaumig behaart und fast so lang wie die StaubblĂ€tter.

Die Quitte blĂŒht nur in einem kurzen Zeitraum im Mai und Juni. Es gibt sowohl selbstfruchtbare als auch selbstunfruchtbare Sorten, dies ist bei der Sortenwahl zu beachten.

Der wollig behaarte Fruchtstiel ist etwa 5 Millimeter lang. Die gelbe, duftende, kurz behaarte, vielsamige Frucht weist bei der Wildform einen Durchmesser von 3 cmcite-ref-ipk-7-1[7] bis 5 cmcite-ref-foc-9-0[9] auf, kultivierte Sorten können deutlich grĂ¶ĂŸere FrĂŒchte bilden. Die grĂ¶ĂŸten FrĂŒchte trĂ€gt die Sorte 'Lescovac' mit bis zu 1,5 kg. Die zurĂŒckgeschlagenen KelchblĂ€tter sind auch noch bei Reife deutlich zu erkennen. Die FrĂŒchte enthalten viele Samen. Bei der Frucht handelt es sich um eine Sammelbalgfrucht – genauer eine Apfelfrucht; eine Scheinfrucht –, die im Aufbau Äpfeln oder Birnen Ă€hnelt. Sie gehört zu den letzten FrĂŒchten im Saisonkalender und wird von September bis hinein in den November geerntet.

Nach der Ă€ußeren Form der FrĂŒchte werden die Sorten oft in die Kategorie Apfelquitte oder Birnenquitte eingeteilt, dies hat jedoch keinen botanischen Hintergrund (Einteilung nach den generativen Merkmalen).cite-ref-0-10-0[10] Außerdem gibt es unterschiedlichste Ausformungen, von glatt bis stark gerippt.

Die Chromosomenzahl betrÀgt 2n = 34.

Inhaltsstoffe

Die Samen enthalten Schleimstoffe, giftige cyanogene Glycoside und Öl. Die Quittenfrucht selber enthĂ€lt viel Vitamin C, Kalium, Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor, Tannine (Catechin und Epicatechin), GerbsĂ€ure, organische SĂ€uren, viel Pektin und Schleimstoffe.cite-ref-11[11]

Der NĂ€hrwert der Quitte betrĂ€gt 239 kJ (57 kcal) je 100 Gramm. Er setzt sich zusammen aus rund 15,3 g Kohlenhydrate (1,9 g Ballaststoffe), 0,1 g Fett und 0,4 g Eiweiß.cite-ref-12[12]

Ökologie

Beschreibung

Quitten sind sommergrĂŒne, dornenlose BĂ€ume oder StrĂ€ucher. In Kultur wurden sie oft auf Weißdorn (Crataegus) gepfropft (heute allerdings bevorzugt auf speziell geeignete Quittenunterlagen), wĂ€hrend sie ihrerseits gerne als Unterlage fĂŒr Birnen (Pyrus) genommen werden, deren FrĂŒchte dadurch frĂŒher reifen und besonders aromatisch werden. Am Beispiel dieser Pflanze (und von Acer campestre) beschrieb der italienische Anatom Marcello Malpighi (1628–1694) erstmals die Blattentwicklung.

Die BlĂŒten sind große, vorweibliche, intensiv duftende „nektarfĂŒhrende Scheibenblumen“. In jedem der fĂŒnf FruchtfĂ€cher befinden sich 8 bis 16, in zwei Reihen angeordnete Samenanlagen. Der Nektar wird am Grunde der KronblĂ€tter abgegeben. BestĂ€uber sind vor allem kleine Hummeln und andere Bienenverwandte. Die meisten Sorten sind zwar selbstfertil, doch fördert die FremdbestĂ€ubung den Fruchtansatz meist betrĂ€chtlich. BlĂŒtezeit ist von Mai bis Juni.

Die FrĂŒchte sind große, leicht beflaumte, apfel- oder birnenĂ€hnliche FrĂŒchte, die von den bleibenden, sich zur Fruchtzeit vergrĂ¶ĂŸernden KelchblĂ€ttern gekrönt werden. Das Fruchtfleisch besitzt zahlreiche Steinzellen. Der als angenehm empfundene Duft beruht auf einem Gemisch von mindestens 80 Duftstoffen, vor allem von Estern. Die bekannte goldgelbe FĂ€rbung der FrĂŒchte, das sogenannte „Quittegelb“ geht hauptsĂ€chlich auf das Flavon Quercetin zurĂŒck. Die Ausbreitung der FrĂŒchte erfolgt bevorzugt durch den SiebenschlĂ€fer. Fruchtreife ist von September bis Oktober.

AnfĂ€lligkeit gegenĂŒber Schaderregern

Quitten gelten als robust gegenĂŒber tierischen Schaderregern. Blattpseudomonas und SpitzendĂŒrre (Monilia) sind die hĂ€ufigsten pilzlichen Erkrankungen.cite-ref-13[13] Eine große Gefahr stellt die bakterielle Krankheit Feuerbrand dar. Quitten sind nicht per se anfĂ€lliger, durch die spĂ€tere BlĂŒte gibt es aber ein höheres Infektionspotential durch benachbarte, evtl. infizierte KernobstgewĂ€chse wie Apfel- oder BirnbĂ€ume oder Zwergmispeln (Cotoneaster). Eine anfĂ€llige, weitverbreitete Sorte ist beispielsweise die 'Konstantinopler Apfelquitte', geringe AnfĂ€lligkeiten zeigen hingegen die 'Portugiesische Birnenquitte' oder die 'Bereczki'.cite-ref-0-10-1[10] Eine weitere Krankheit ist der von Phytoplasmen ausgelöste Birnenverfall.

Insbesondere wo Quitten in Mischbepflanzung mit ApfelbĂ€umen stehen, kann es zu einem Überspringen des Apfelwicklers auf vereinzelte QuittenfrĂŒchte kommen.

Standortbedingungen

Bei zu hohen Calciumgehalten im Boden kann es zu Chlorosen kommen. Außerdem können StaunĂ€sse oder wechselfeuchte Böden zu SchĂ€digungen bis hin zum Absterben fĂŒhren. Aufgrund der Herkunft aus Vorderasien gibt es kaum Probleme bei hohen Temperaturen, Fröste von mehr als −20 °C können jedoch zu FrostschĂ€digungen fĂŒhren.cite-ref-14[14]

LagerfĂ€higkeit der FrĂŒchte

Zum Einlagern ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum ist Vorsicht geboten: Quitten sind sehr druckempfindlich. Damit die FrĂŒchte nicht vorzeitig verderben, sollten sie in einer mit Zeitungspapier oder Holzwolle ausgelegten Kiste einlagig aufbewahrt werden. Bei niedrigen Temperaturen von 12 bis 15 Grad können sie monatelang gelagert werden. Hierbei tritt jedoch oft allmĂ€hlich eine Oxidation des Fruchtfleisches ein, was sich in brĂ€unlichen VerfĂ€rbungen im Inneren der Frucht Ă€ußert. Im fortgeschrittenen Stadium kann dies den Geschmack beeintrĂ€chtigen.

Verwendung

QuittenbĂ€ume tragen bis in den spĂ€ten Sommer hellgelbe FrĂŒchte, die sogar noch im November gepflĂŒckt werden können. Die Quitte trĂ€gt vier bis acht Jahre nach ihrer Pflanzung die ersten FrĂŒchte. Die Vermehrung der Kultursorten aus Stecklingen oder Abrissen gelingt nur manchmal. Die im Handel erhĂ€ltlichen Pflanzen sind meist durch Aufpfropfen veredelt.

Verwendung im Baumschulbereich

Quitten werden oft als Unterlage fĂŒr Birnen oder Ziergehölze verwendet. Mithilfe der Unterlage können Wuchs, Fruchtertrag oder FeuerbrandanfĂ€lligkeit beeinflusst werden. Dabei werden hĂ€ufig folgende Sorten genutzt:

| Unterlage | Eigenschaften | Wuchs | Temperatur | Verwendung |
|---|---|---|---|---|
| Quitte A | | mittelstark wachsend | mittlere Temperaturempfindlichkeit | |
| Quitte Adams | | schwachwĂŒchsig | mittlere Temperaturempfindlichkeit | hĂ€ufig |
| Quitte BA 29 | kalktolerant | starkwachsend | geringe Temperaturempfindlichkeit | |
| Quitte C | kalkempfindlich | schwachwĂŒchsig | flachwurzelnd, daher trockenheits- und temperaturempfindlich | hĂ€ufig |
| Quitte Eline (S) | | mittelstark wachsend | winterhart | [ 15 ] |

Verwendung als Lebensmittel

Die in der Schweiz, Deutschland und Österreich wachsenden Quittensorten sind fĂŒr den Rohverzehr meist ungeeignet, da sie hart, adstringierend und durch die Gerbstoffe bitter sind. Es gibt aber auch Sorten, die roh gegessen werden können, zum Beispiel die in der TĂŒrkei angebaute Shirin-Quitte. Quitten haben ein feinsĂ€uerliches, leicht bitteres Zitrusaroma.

Bei der Zubereitung mitteleuropĂ€ischer Sorten muss in jedem Fall vor dem Verarbeiten der FrĂŒchte der Flaum oder Pelz der Quitten mit Hilfe eines (groben) Tuches grĂŒndlich abgerieben werden, da er reichlich Bitterstoffe enthĂ€lt. Dann kann die Frucht geschĂ€lt oder ungeschĂ€lt verwendet werden. Erprobt ist auch das AbbĂŒrsten des Flaums mit einer MessingbĂŒrste. Da dabei die Schale aber kleine Kratzer bekommt, wird diese erheblich schnellere Methode nur angewandt, wenn die FrĂŒchte sofort weiterverarbeitet werden.

Quitten werden zum Verzehr gekocht, gedĂŒnstet, gedĂ€mpft oder gebacken. Aus Quitten kann man Marmelade, Kompott, Mus, Chutney, Quittensuppe, Saft und daraus Gelee, Likör, Wein,cite-ref-16[16] Schnaps sowie Secco („Perlwein“)cite-ref-17[17] herstellen. Von regionaler Bedeutung ist die Zugabe in der Apfelwein- oder -saftherstellung. Gebacken eignen sie sich als Dessert oder Beilage zu Fleisch. Quittenbrot ist eine SĂŒĂŸigkeit, hergestellt aus mit Zucker vermischtem eingedicktem Quittenmus, das etwa 1 cm dick auf einem Backblech verstrichen im Backofen gedörrt und anschließend in 2–3 cm große Rauten geschnitten und in Zucker gewendet wird. Quittenbrot (QuittenkĂ€se) ist heutzutage im deutschsprachigen Raum im Handel fast nicht mehr erhĂ€ltlich, in spanisch- und portugiesischsprachigen LĂ€ndern ist es als „Dulce de membrillo“ eine verbreitete traditionelle Weihnachts- oder WintersĂŒĂŸigkeit.

Das fruchtig-herbe Aroma der Quitte kann im sĂŒĂŸlichen Bereich ideal mit Zimt, Ingwer, Orangenschale, Rosinen, Mandeln und Vanille kombiniert werden. Auch mit Muskat, Szechuan-Pfeffer, Koriander oder Kardamom harmoniert die Frucht.

Verwendung als Heilpflanze

Als Heildroge dienen die reifen Quittensamen. Sie enthalten als Wirkstoffe etwa 20 % Schleimstoffe (ĂŒberwiegend Pentosane), bis 1,5 % Amygdalin und fettes Öl.

Anwendung: Quittensamen werden (unzerkleinert, da sonst BlausĂ€ure aus Amygdalin frei wird) in der Volksheilkunde noch gelegentlich zur Bereitung eines Schleimes verwendet, der als Hustenreiz linderndes und mild abfĂŒhrendes Mittel gilt.

Äußerlich kommt er in Salben oder Cremes unter anderem bei rissiger Haut, aufgesprungenen Lippen, wunden Brustwarzen, Verbrennungen, Wundliegen oder HĂ€morrhoiden zum Einsatz, auch als fettfreie, reizlose Salbengrundlage in der Kosmetik.

Der Saft der ganzen FrĂŒchte, der neben Schleim auch reichlich Gerbstoffe enthĂ€lt, kann bei leichten EntzĂŒndungen im Mund- und Rachenraum sowie bei Darmstörungen nĂŒtzlich sein. Bereits in der Antike (so durch den Arzt Anthimus) wurden Quitten gegen schwere Durchfallerkrankungencite-ref-18[18] empfohlen.

Verwendung als Duftspender

Reife Quitten kann man als Duftspender einsetzen, die ein angenehmes Aroma verströmen. FrĂŒher wurden Quitten als natĂŒrliches Duftmittel zur frischen WĂ€sche gelegt.

Quittensorten

Die Gesamtzahl an Quittensorten wird auf 700 geschĂ€tzt. Dabei sind die meisten Sorten ZufallssĂ€mlinge, d. h. sie sind ohne gezielte Kreuzung (ZĂŒchtung) entstanden.cite-ref-19[19]

→

Hauptartikel

:

Liste von Quittensorten

Symbolik, Mythologie, Kunst

‱ Seit jeher gelten die Quitten als Symbol fĂŒr Liebe, Fruchtbarkeit,cite-ref-21[21] GlĂŒck, Klugheit, Schönheit, BestĂ€ndigkeit und UnvergĂ€nglichkeit.
‱ Max Goldt beschĂ€ftigt sich in seinem Buch Quitten fĂŒr die Menschen zwischen Emden und Zittau mit dem von ihm kreierten raren Genre des Quittenwitzes.
‱ Jan Wagner schrieb ein Gedicht mit dem Titel hölderlins quitte.cite-ref-22[22]

Abgrenzung

Die ebenfalls essbare Zierquitte (Chaenomeles) hat nur den Namensteil mit der Quitte gemeinsam, ist jedoch eine eigene Pflanzengattung innerhalb der Familie der RosengewÀchse (Rosaceae) und wird als Zierpflanze in Parks und GÀrten verwendet.

Sonstiges

Im unterfrĂ€nkischen Astheim fĂŒhrt ein von der Firma Mustea betriebener Quittenlehrpfad durch teilweise 100 Jahre alte AnbauflĂ€chen. Eine kooperierende Baumschule besitzt mit ĂŒber 100 Sorten die wahrscheinlich grĂ¶ĂŸte Sammlung an Quittensorten in Deutschland.cite-ref-23[23] Seit 2021 wird außerdem die Kulturgeschichte der Quitte im frĂ€nkischen Weinland im Haus der Quitte in Volkach prĂ€sentiert.

Geschichte

Quellen

‱ Antike: Alkman 6. Jh. v. Chr.cite-ref-24[24] --- Stesichoros 6. Jh. v. Chr.cite-ref-25[25] --- Dioskurides 1. Jh.cite-ref-26[26] --- Plinius 1. Jh.cite-ref-27[27] --- Galen 2. Jh.cite-ref-28[28]
‱ Arabisches Mittelalter: Avicenna 11. Jh.cite-ref-29[29] --- Ibn Butlan 11. Jh.cite-ref-30[30] --- Circa instans 12. Jh.cite-ref-31[31]
‱ Lateinisches Mittelalter: Karl der Großecite-ref-32[32] 8. Jh. --- Hildegard von Bingen 12. Jh.cite-ref-33[33] --- Konrad von Megenberg 14. Jh.cite-ref-34[34] --- Michael Puff 15. Jh.cite-ref-35[35] --- Herbarius Moguntinus 1484cite-ref-36[36] --- Gart der Gesundheit 1485cite-ref-37[37] --- Hortus sanitatis 1491cite-ref-38[38] --- Hieronymus Brunschwig 1500cite-ref-39[39]
‱ Neuzeit: Otto Brunfels 1537cite-ref-40[40] --- Leonhart Fuchs 1543cite-ref-41[41] --- Hieronymus Bock 1546cite-ref-42[42] --- Mattioli / Handsch / Camerarius 1586cite-ref-43[43] --- Nicolas LĂ©mery 1699/1721cite-ref-44[44] --- Onomatologia medica completa 1755cite-ref-45[45] --- Preussische Pharmacopoe 1805cite-ref-46[46] --- Pereira / Buchheim 1846/48cite-ref-47[47] --- Preußische Pharmakopoe 1865cite-ref-48[48] --- Theodor Husemann 1883cite-ref-49[49] --- Wolfgang Schneider 1974cite-ref-50[50]

Historische Abbildungen

Literatur

‱ Gu Cuizhi (Ku Tsue-chih), Stephen A. Spongberg: Gattung Cydonia und Art Cydonia oblonga. S. 170. – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 9: Pittosporaceae through Connaraceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und Saint Louis 2003, ISBN 1-930723-14-8. (Abschnitt Beschreibung, Verbreitung und Systematik).
‱ Monika Schirmer: Die Quitte – eine fast vergessene Obstart. IHW-Verlag, Eching 2003, ISBN 3-930167-54-9. Botanik, Literatur, Kunst, Heilmittel und Rezepte.
‱ Rosenblatt, Lucas/Christandl, Freddy: Quitten. Das Comeback einer vergessenen Frucht. HĂ€decke 2007.
‱ Rainer Söcknick-Scholz: Quitten – Vergessene Köstlichkeiten? pĂșca-prints, Oldenburg 2003, ISBN 3-8311-5004-4 Kulturgeschichte, Anbau und Verwertung.
‱ Ruprecht DĂŒll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender LĂ€nder. Die hĂ€ufigsten mitteleuropĂ€ischen Arten im Portrait. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
‱ Ingrid und Peter Schönfelder: Das neue Buch der Heilpflanzen. Kosmos, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.

Weblinks

Commons

: Quitte (

Cydonia oblonga

)

– Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Wiktionary: Quitte

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

‱ Cydonia oblonga bei Plants For A Future
‱ Informationen u. a. zum Anbau Bayerische Landesanstalt fĂŒr Weinbau und Gartenbau (LWG).
‱ Infos ĂŒber die Quitte mit einer erweiterten Sortenliste auf digicube.de.
‱ Quitte. auf FloraWeb.de
‱ Verbreitungskarte fĂŒr Deutschland. In: Floraweb.
‱ Cydonia oblonga Mill. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 5. November 2015.
‱ Thomas Meyer: Datenblatt mit BestimmungsschlĂŒssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ ursprĂŒnglich eine Art kleiner Feigen. Vgl. auch Paul Diepgen: Gualtari Agilonis Summa medicinalis. Nach den MĂŒnchner Cod. la. Nr. 325 und 13124 erstmalig ediert mit einer vergleichenden Betrachtung Ă€lterer medizinischer Kompendien des Mittelalters. Leipzig 1911, S. 61.
cite-note-22. ↑ Vgl. auch Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft fĂŒr Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 140.
cite-note-33. ↑ Vgl. www.kringbenelux.eu.
cite-note-44. ↑ Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 172 („Citonia – quiddenbaum, Cufa – Malacitonia – id est coctana – Mala citonia [
] quede“) und 175–176 (zur frĂŒher als eigene Art oder VarietĂ€t aufgefassten „Goldquitte“ oder „Apfelquitte“, lateinisch Crisolima: „Crisolima – id est vermex, goltapphel“).
cite-note-55. ↑ Kluge: Etymologisches Wörterbuch.
cite-note-66. ↑ Franz Dornseiff: Die griechischen Wörter im Deutschen. Berlin 1950, S. 48.
cite-note-ipk-77. ↑ P. Hanelt, IPK (Hrsg.): Mansfeld’s Encyclopedia of Agricultural and Horticultural Crops. (online).
cite-note-fao-88. ↑ Crops > Quinces. In: Offizielle Produktionsstatistik der FAO fĂŒr 2022. fao.org, abgerufen am 30. August 2024 (englisch).
cite-note-foc-99. ↑ Gu Cuizhi (Ku Tsue-chih), Stephen A. Spongberg: Gattung Cydonia und Art Cydonia oblonga, S. 170. – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 9: Pittosporaceae through Connaraceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und Saint Louis 2003, ISBN 1-930723-14-8.
cite-note-0-1010. ↑ Hans Göding: Quittenversuche in Niederbayern. Abgerufen am 7. Dezember 2020.
cite-note-1111. ↑ Vitamindaten der Quitte. Abgerufen am 2. September 2021.
cite-note-1212. ↑ Inhaltsstoffe der Quitte. Abgerufen am 2. September 2021.
cite-note-1313. ↑ Silbereisen, Götz, Hartmann: Obstsorten Atlas. Ulmer, Stuttgart 1996. 2., neubearbeitete und erweiterte Auflage
cite-note-1414. ↑ Silbereisen, Götz, Hartmann: Obstsorten Atlas. Ulmer, Stuttgart 1996. 2., neubearbeitete und erweiterte Auflage
cite-note-151. Lisa Klophaus: Quittenunterlagen fĂŒr Birnen. (PDF) Abgerufen am 7. Dezember 2020.
cite-note-1616. ↑ Quittenwein / Quittenmost auf quittenmost.de.
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cite-note-4444. ↑ Nicolas LĂ©mery: Dictionnaire universel des drogues simples. Paris 1699, S. 246–247: Cydonia (Digitalisat); Übersetzung. VollstĂ€ndiges Materialien-Lexicon. Zu erst in Frantzösischer Sprache entworffen, nunmehro aber nach der dritten, um ein grosses vermehreten Edition [...] ins Hochteutsche ĂŒbersetzt / Von Christoph Friedrich Richtern, [...] Leipzig: Johann Friedrich Braun, 1721, Sp. 383–384: Cydonia (Digitalisat)
cite-note-4545. ↑ Albrecht von Haller (Hrsg.): Onomatologia medica completa oder Medicinisches Lexicon das alle Benennungen und Kunstwörter welche der Arzneywissenschaft und Apoteckerkunst eigen sind deutlich und vollstĂ€ndig erklĂ€ret [...] Gaumische Handlung, Ulm / Frankfurt am Main / Leipzig 1755, Sp. 489–492: Cotonea (Digitalisat)
cite-note-4646. ↑ Carl Wilhelm Juch: Pharmacopoea Borussica oder Preußische Pharmakopoe. Aus dem Lateinischen ĂŒbersetzt, und mit Anmerkungen und ZusĂ€tzen begleitet von Dr. Carl Wilhelm Juch. Stein, NĂŒrnberg 1805, S. 134: Semen Cydoniorum (Digitalisat)
cite-note-4747. ↑ Jonathan Pereira’s Handbuch der Heilmittellehre. Nach dem Standpunkte der deutschen Medicin bearbeitet von Rudolf Buchheim. Leopold Voß, Leipzig 1846-48, Band II 1848, S. 592–593: Cydonia vulgaris (Digitalisat)
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 Friedrich Vieweg – Braunschweig. Nach der siebten Auflage der Pharmakcopoea borussica. 1865, S. 567: Quittensamen (Digitalisat)
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cite-note-5050. ↑ Wolfgang Schneider: Lexikon zur Arzneimittelgeschichte. Sachwörterbuch zur Geschichte der pharmazeutischen Botanik, Chemie, Mineralogie, Pharmakologie, Zoologie. Govi-Verlag, Frankfurt a. M. Band 5/1 (1974), S. 407–409: Cydonia (Digitalisat)
cite-note-513. Übersetzung des Textes durch Franz Unterkircher. Tacuinum sanitatis ... Graz 2004, S. 48: Quitten: Komplexion: kalt und trocken im 2. Grad. Vorzuziehen: volle, große. Nutzen: sie erfreuen das Herz und stĂ€rken den Appetit. Schaden: sie verursachen Kolik. VerhĂŒtung des Schadens: mit gesĂŒĂŸten Datteln. Was sie erzeugen: kalte SĂ€fte. Besonders zutrĂ€glich fĂŒr Choleriker, fĂŒr jedes Lebensalter, jede Jahreszeit und jede Gegend.